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	<title>Kommentare zu: Moral des Altruismus &#8211; ein Kommentar von Oliver Heuler</title>
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		<title>Von: Markus Sikor &#187; Blog Archiv &#187; Könnten Sie mal Gewalt definieren?</title>
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		<dc:creator>Markus Sikor &#187; Blog Archiv &#187; Könnten Sie mal Gewalt definieren?</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jan 2008 06:23:32 +0000</pubDate>
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		<description>[...] fragte Oliver Heuler in seinem Kommentar auf den Beitrag &#8220;Integral trifft [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[&#8230;] fragte Oliver Heuler in seinem Kommentar auf den Beitrag &#8220;Integral trifft [&#8230;]</p>
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		<title>Von: Markus Sikor</title>
		<link>http://www.markus-sikor.de/blog/2008/01/07/moral-des-altruismus-ein-kommentar-von-oliver-heuler/comment-page-1/#comment-38</link>
		<dc:creator>Markus Sikor</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Jan 2008 06:42:00 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Ulrike,&lt;br/&gt;vielen Dank f&#252;r deinen anregenden Kommentar! Ich stimme dir zu, wenn du schreibst, dass es in der christlichen Ethik (auch) eine sehr ausgewogene Sichtweise zu &quot;Selbst-Liebe&quot; und &quot;Liebe-zum-Anderen&quot; gibt. Es kommt, wie du schreibst, nat&#252;rlich auf die Interpretation an - ein freikirchlicher Geistlicher, den ich sch&#228;tze, sagte mal zu mir: &quot;Wei&#223;t du, wenn die Kirchenmitglieder zu mir sagen &quot;Aber das steht doch in der Bibel&quot; - dann antworte ich: Es steht ALLES  in der Bibel, es kommt halt drauf an, wie du es verstehen willst!&quot; &lt;br/&gt;Wir kommen also nicht drum herum, die Intention (Haltung, Bewusstsein) des Interpretierenden zu ber&#252;cksichtigen, wenn &#252;ber die &quot;christliche Ehtik&quot; gesprochen wird. Rosenbergs Haltung dazu ist eine sehr umfassende - wie du schreibst - und gleichzeitig denke ich, dass er mit seinen Aussagen zwar nicht &quot;rebellieren&quot; m&#246;chte, sehr wohl aber &quot;radikal&quot; (im nicht-verletzenden Sinne) sein m&#246;chte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Ulrike,<br />vielen Dank f&#252;r deinen anregenden Kommentar! Ich stimme dir zu, wenn du schreibst, dass es in der christlichen Ethik (auch) eine sehr ausgewogene Sichtweise zu &#8222;Selbst-Liebe&#8220; und &#8222;Liebe-zum-Anderen&#8220; gibt. Es kommt, wie du schreibst, nat&#252;rlich auf die Interpretation an &#8211; ein freikirchlicher Geistlicher, den ich sch&#228;tze, sagte mal zu mir: &#8222;Wei&#223;t du, wenn die Kirchenmitglieder zu mir sagen &#8222;Aber das steht doch in der Bibel&#8220; &#8211; dann antworte ich: Es steht ALLES  in der Bibel, es kommt halt drauf an, wie du es verstehen willst!&#8220; <br />Wir kommen also nicht drum herum, die Intention (Haltung, Bewusstsein) des Interpretierenden zu ber&#252;cksichtigen, wenn &#252;ber die &#8222;christliche Ehtik&#8220; gesprochen wird. Rosenbergs Haltung dazu ist eine sehr umfassende &#8211; wie du schreibst &#8211; und gleichzeitig denke ich, dass er mit seinen Aussagen zwar nicht &#8222;rebellieren&#8220; m&#246;chte, sehr wohl aber &#8222;radikal&#8220; (im nicht-verletzenden Sinne) sein m&#246;chte.</p>
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		<title>Von: U.Hoffmann</title>
		<link>http://www.markus-sikor.de/blog/2008/01/07/moral-des-altruismus-ein-kommentar-von-oliver-heuler/comment-page-1/#comment-33</link>
		<dc:creator>U.Hoffmann</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Jan 2008 14:28:00 +0000</pubDate>
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		<description>Christliche Moral – eine Moral des Altruismus?&lt;br/&gt;Kommentar zum Kommentar von Oliver Heuler&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zun&#228;chst zum Gebrauch des Wortes „sollen“: Ich denke, hier muss der Kontext beachtet werden, in dem Rosenberg davon abr&#228;t, das Wort „sollen“ zu gebrauchen. Es geht dabei zun&#228;chst einmal um die gewaltfreie Kommunikation im engeren Sinne, d.h. den einzelnen Akt der Kommunikation. Hier geht Rosenberg zum einen ganz pragmatisch vor: Das Wort „sollen“ ist im heutigen Sprachgebrauch so negativ belegt und wird automatisch mit irgendeiner Art von Zwang oder etwas Unangenehmem in Verbindung gebracht, dass es kontraproduktiv ist. Und das nicht nur, wenn ich mit einem anderen spreche, sondern auch in der Kommunikation mit mir selbst.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein zweiter Aspekt ist der, dass jemand, der das Wort „sollen“ gegen&#252;ber einem anderen gebraucht, sich automatisch &#252;ber diesen stellt und dessen Handeln moralisch beurteilt. Sie weisen zu Recht darauf hin, Herr Heuler, dass moralisches Urteilen, also das Unterscheiden zwischen gut und b&#246;se, unverzichtbar ist. Menschen, die sich der gewaltfreien Kommunikation bedienen, haben bereits im Vorfeld eine moralische Grundentscheidung getroffen, und tun dies auch immer wieder. Nur: Wenn wir uns mit der Methode der gewaltfreien Kommunikation einem anderen im Gespr&#228;ch zuwenden, dann haben wir zum Ziel, uns empathisch in den anderen einzuf&#252;hlen, d.h. eine Verbindung zu ihm herzustellen. Moralische Urteile aber verbinden nicht, sondern trennen uns vom anderen. Hierauf zielt m.E. auch das immer wieder gern gebrachte Zitat von Rumi ab. (Wer ist das eigentlich?)&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich sage hier bewusst „Methode“, um klarzustellen, dass es um eine ganz bestimmte Gespr&#228;chssituation geht, f&#252;r die ich mich frei entscheide, dass ich aber nicht pausenlos „GfK“ rede (um Gottes Willen! ;-))), sondern auch manchmal einfach mit anderen ratsche, herumbl&#246;dele, irgendwelche Probleme oder F&#228;lle l&#246;se oder z.B. theoretische Diskussionen f&#252;hre, wie jetzt gerade mit Ihnen. Und da haben Fragen der Ethik und der Moral nat&#252;rlich auch ihren Raum.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der gewaltfreien Kommunikation (den Begriff finde ich &#252;brigens sehr irref&#252;hrend, wenig konstruktiv und f&#252;r viele sogar abschreckend; treffender w&#228;re „empathische Kommunikation“) im engeren Sinne liegt eine Haltung der GfK im weiteren Sinne zugrunde, die ich als Haltung der liebevollen Aufmerksamkeit bezeichnen m&#246;chte. Es geht dabei darum, die eigenen Gef&#252;hle und Bed&#252;rfnisse und auch Bewertungen und Glaubenss&#228;tze wahrzunehmen und sich ihrer bewusst zu werden. Diese Gef&#252;hle etc. moralisch zu beurteilen ist sinnlos, denn f&#252;r meine Gef&#252;hle und Bed&#252;rfnisse, f&#252;r meine unwillk&#252;rlich vorgenommenen Bewertungen und mir frei im Kopf umherschwirrenden Glaubenss&#228;tze kann ich nichts; moralisch bewerten kann ich jedoch nur etwas, dem eine freie Willensentscheidung zugrunde liegt. Das hei&#223;t aber nicht, dass ich gar nicht bewerte, sondern, worauf Markus Sikor in seinem Blog schon hingewiesen hat, ich bewerte selbstverst&#228;ndlich, ob meine Gef&#252;hle angenehm oder unangenehm sind und ob meine Bed&#252;rfnisse erf&#252;llt oder unerf&#252;llt sind – das sind aber keine moralischen Urteile. In einem weiteren Schritt entscheide ich mich dann f&#252;r eine bestimmte Strategie, um das erkannte unerf&#252;llte Bed&#252;rfnis zu befriedigen. Hierbei sind wiederum jede Menge Bewertungen erforderlich – und diese Entscheidung ist dann als bewusste und gewollte Entscheidung auch einer moralischen Bewertung zug&#228;nglich. Nur verzichtet Rosenberg hier auf die bekannten Worte „gut“ und „b&#246;se“, um nicht wieder in altbekannte Denk- und Verhaltensmuster zur&#252;ckzufallen, sondern stellt darauf ab, ob etwas dem Leben dient oder nicht. Das ist aber nichts anderes als das, wof&#252;r die Begriffe „gut“ und „b&#246;se“ eigentlich stehen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Und hier komme ich auf Ihre Bemerkung zur&#252;ck, Herr Heuler: „K&#246;nnte es sein, dass Rosenberg einfach nur gegen die christliche Ethik allergisch ist, weil die Moral des Altruismus eben gerade nicht dazu f&#252;hrt, dass die Menschen Konflikte schnell l&#246;sen k&#246;nnen und gl&#252;cklich werden, sondern diese Moral eher ein Dominanz-Instrument ist?“ Nein, auch wenn Rosenberg immer wieder gerne Seitenhiebe gegen die Kirchen austeilt, bin ich &#252;berzeugt, dass Rosenberg nicht gegen die christliche Ethik allergisch ist, ganz im Gegenteil: Die christliche Ethik kann nicht so ohne Weiteres mit „Moral des Altruismus“ in ihrer radikalen Form, so wie Sie sie in Ihrem Artikel beschreiben, gleichgesetzt werden. Es ist zwar sicherlich so, dass die christliche Ethik bei vielen Menschen so ankommt und daran sind die Kirchen und viele ihrer Vertreter &#252;ber die Jahrhunderte nicht ganz unbeteiligt. Allerdings muss hier klar unterschieden werden zwischen der Rezeption einer Lehre und der Lehre selbst. Im Neuen Testament wird als oberstes Gebot nicht gesagt, du sollst jeden anderen mehr lieben als dich selbst, sondern: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und mit all deinen Gedanken und: Deinen N&#228;chsten sollst du lieben wie dich selbst.“ Das hei&#223;t, die Selbstliebe und die N&#228;chstenliebe m&#252;ssen in einem ausgeglichenen Verh&#228;ltnis stehen – nichts anderes also als das, was man in der GfK-Sprache den „Giraffentanz“ nennt. Das Zitat stammt &#252;brigens schon aus dem Alten Testament, das Christentum steht hier also ganz in der j&#252;dischen Tradition (Lukas 10,27, Matth&#228;us 22,37-40 und Markus 12,30-31 unter Verweis auf die B&#252;cher Deuteronomium 6,5 und Levitikus 19,18 im Alten Testament). Rosenberg als Jude ist selbst fest in dieser Tradition verwurzelt. Und auch sein Kriterium „gut ist, was dem Leben dient“, stammt aus der Bibel: Im Lukasevangelium sagt Jesus nach dem erw&#228;hnten Gebot zu dem Gesetzeslehrer, der ihm die Frage gestellt hat: „Tu dies und du wirst leben!“ &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Braucht es da wirklich eine neue Ethik oder eine Umdefinition? Ich denke, nein. Mir reicht die vorhandene – es kommt nur auf die entsprechende Auslegung und Anwendung an.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Herzliche Gr&#252;&#223;e Ulrike Hoffmann</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Christliche Moral – eine Moral des Altruismus?<br />Kommentar zum Kommentar von Oliver Heuler</p>
<p>Zun&#228;chst zum Gebrauch des Wortes „sollen“: Ich denke, hier muss der Kontext beachtet werden, in dem Rosenberg davon abr&#228;t, das Wort „sollen“ zu gebrauchen. Es geht dabei zun&#228;chst einmal um die gewaltfreie Kommunikation im engeren Sinne, d.h. den einzelnen Akt der Kommunikation. Hier geht Rosenberg zum einen ganz pragmatisch vor: Das Wort „sollen“ ist im heutigen Sprachgebrauch so negativ belegt und wird automatisch mit irgendeiner Art von Zwang oder etwas Unangenehmem in Verbindung gebracht, dass es kontraproduktiv ist. Und das nicht nur, wenn ich mit einem anderen spreche, sondern auch in der Kommunikation mit mir selbst.</p>
<p>Ein zweiter Aspekt ist der, dass jemand, der das Wort „sollen“ gegen&#252;ber einem anderen gebraucht, sich automatisch &#252;ber diesen stellt und dessen Handeln moralisch beurteilt. Sie weisen zu Recht darauf hin, Herr Heuler, dass moralisches Urteilen, also das Unterscheiden zwischen gut und b&#246;se, unverzichtbar ist. Menschen, die sich der gewaltfreien Kommunikation bedienen, haben bereits im Vorfeld eine moralische Grundentscheidung getroffen, und tun dies auch immer wieder. Nur: Wenn wir uns mit der Methode der gewaltfreien Kommunikation einem anderen im Gespr&#228;ch zuwenden, dann haben wir zum Ziel, uns empathisch in den anderen einzuf&#252;hlen, d.h. eine Verbindung zu ihm herzustellen. Moralische Urteile aber verbinden nicht, sondern trennen uns vom anderen. Hierauf zielt m.E. auch das immer wieder gern gebrachte Zitat von Rumi ab. (Wer ist das eigentlich?)</p>
<p>Ich sage hier bewusst „Methode“, um klarzustellen, dass es um eine ganz bestimmte Gespr&#228;chssituation geht, f&#252;r die ich mich frei entscheide, dass ich aber nicht pausenlos „GfK“ rede (um Gottes Willen! <img src='http://www.markus-sikor.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> )), sondern auch manchmal einfach mit anderen ratsche, herumbl&#246;dele, irgendwelche Probleme oder F&#228;lle l&#246;se oder z.B. theoretische Diskussionen f&#252;hre, wie jetzt gerade mit Ihnen. Und da haben Fragen der Ethik und der Moral nat&#252;rlich auch ihren Raum.</p>
<p>Der gewaltfreien Kommunikation (den Begriff finde ich &#252;brigens sehr irref&#252;hrend, wenig konstruktiv und f&#252;r viele sogar abschreckend; treffender w&#228;re „empathische Kommunikation“) im engeren Sinne liegt eine Haltung der GfK im weiteren Sinne zugrunde, die ich als Haltung der liebevollen Aufmerksamkeit bezeichnen m&#246;chte. Es geht dabei darum, die eigenen Gef&#252;hle und Bed&#252;rfnisse und auch Bewertungen und Glaubenss&#228;tze wahrzunehmen und sich ihrer bewusst zu werden. Diese Gef&#252;hle etc. moralisch zu beurteilen ist sinnlos, denn f&#252;r meine Gef&#252;hle und Bed&#252;rfnisse, f&#252;r meine unwillk&#252;rlich vorgenommenen Bewertungen und mir frei im Kopf umherschwirrenden Glaubenss&#228;tze kann ich nichts; moralisch bewerten kann ich jedoch nur etwas, dem eine freie Willensentscheidung zugrunde liegt. Das hei&#223;t aber nicht, dass ich gar nicht bewerte, sondern, worauf Markus Sikor in seinem Blog schon hingewiesen hat, ich bewerte selbstverst&#228;ndlich, ob meine Gef&#252;hle angenehm oder unangenehm sind und ob meine Bed&#252;rfnisse erf&#252;llt oder unerf&#252;llt sind – das sind aber keine moralischen Urteile. In einem weiteren Schritt entscheide ich mich dann f&#252;r eine bestimmte Strategie, um das erkannte unerf&#252;llte Bed&#252;rfnis zu befriedigen. Hierbei sind wiederum jede Menge Bewertungen erforderlich – und diese Entscheidung ist dann als bewusste und gewollte Entscheidung auch einer moralischen Bewertung zug&#228;nglich. Nur verzichtet Rosenberg hier auf die bekannten Worte „gut“ und „b&#246;se“, um nicht wieder in altbekannte Denk- und Verhaltensmuster zur&#252;ckzufallen, sondern stellt darauf ab, ob etwas dem Leben dient oder nicht. Das ist aber nichts anderes als das, wof&#252;r die Begriffe „gut“ und „b&#246;se“ eigentlich stehen.</p>
<p>Und hier komme ich auf Ihre Bemerkung zur&#252;ck, Herr Heuler: „K&#246;nnte es sein, dass Rosenberg einfach nur gegen die christliche Ethik allergisch ist, weil die Moral des Altruismus eben gerade nicht dazu f&#252;hrt, dass die Menschen Konflikte schnell l&#246;sen k&#246;nnen und gl&#252;cklich werden, sondern diese Moral eher ein Dominanz-Instrument ist?“ Nein, auch wenn Rosenberg immer wieder gerne Seitenhiebe gegen die Kirchen austeilt, bin ich &#252;berzeugt, dass Rosenberg nicht gegen die christliche Ethik allergisch ist, ganz im Gegenteil: Die christliche Ethik kann nicht so ohne Weiteres mit „Moral des Altruismus“ in ihrer radikalen Form, so wie Sie sie in Ihrem Artikel beschreiben, gleichgesetzt werden. Es ist zwar sicherlich so, dass die christliche Ethik bei vielen Menschen so ankommt und daran sind die Kirchen und viele ihrer Vertreter &#252;ber die Jahrhunderte nicht ganz unbeteiligt. Allerdings muss hier klar unterschieden werden zwischen der Rezeption einer Lehre und der Lehre selbst. Im Neuen Testament wird als oberstes Gebot nicht gesagt, du sollst jeden anderen mehr lieben als dich selbst, sondern: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und mit all deinen Gedanken und: Deinen N&#228;chsten sollst du lieben wie dich selbst.“ Das hei&#223;t, die Selbstliebe und die N&#228;chstenliebe m&#252;ssen in einem ausgeglichenen Verh&#228;ltnis stehen – nichts anderes also als das, was man in der GfK-Sprache den „Giraffentanz“ nennt. Das Zitat stammt &#252;brigens schon aus dem Alten Testament, das Christentum steht hier also ganz in der j&#252;dischen Tradition (Lukas 10,27, Matth&#228;us 22,37-40 und Markus 12,30-31 unter Verweis auf die B&#252;cher Deuteronomium 6,5 und Levitikus 19,18 im Alten Testament). Rosenberg als Jude ist selbst fest in dieser Tradition verwurzelt. Und auch sein Kriterium „gut ist, was dem Leben dient“, stammt aus der Bibel: Im Lukasevangelium sagt Jesus nach dem erw&#228;hnten Gebot zu dem Gesetzeslehrer, der ihm die Frage gestellt hat: „Tu dies und du wirst leben!“ </p>
<p>Braucht es da wirklich eine neue Ethik oder eine Umdefinition? Ich denke, nein. Mir reicht die vorhandene – es kommt nur auf die entsprechende Auslegung und Anwendung an.</p>
<p>Herzliche Gr&#252;&#223;e Ulrike Hoffmann</p>
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