Ist es Ihnen unangenehm, sich Unterstützung bei der Konfliktlösung zu holen?
Das ist verständlich! Wir alle haben meist sehr früh gelernt, dass Konflikte schlecht sind, und niemand gibt gerne zu, dass er mit der Konfliktlösung überfordert ist. Dabei ist dies völlig normal, denken Sie doch nur mal nach, wieviele positive Beispiele von konstruktiver Konfliktlösung Ihnen einfallen? Vermutlich nicht allzu viele.
Ihre Bedenken kann ich Ihnen nicht nehmen. Konflikte konstruktiv zu lösen ist möglich, aber es ist nicht immer leicht! Um Ihnen eine gewisse Sicherheit zu geben, was Sie in einer Mediation erwartet, beschreibe ich hier das Verfahren.
Die besten Lösungen finden Sie selbst
Ich bin der Auffassung, dass die besten Lösungen aus dem Team bzw. von den Konfliktbeteiligten selbst kommen und nicht von außen herangetragen werden müssen. Die Mediation bietet den sicheren Rahmen, in dem Mißverständnisse und Streitpunkte konstruktiv und zukunftsweisend bearbeitet werden können.
Meine konkrete Vorgehensweise hängt sehr stark von den Voraussetzungen des Konflikts ab. Besteht der Konflikte zwischen Unternehmen oder innerhalb der Organisation? Wie viele Personen sind beteiligt? Welche Hierarchie-Ebenen? Wie weit ist der Konflikt eskaliert?
Das sind nur einige der Fragen, die ich im Vorfeld der Mediation klären muss. Daher läßt sich auch der Verlauf einer Mediation nur sehr grob und allgemein beschreiben. Das im folgenden beschriebene Vorgehen entspricht dem „typischen“ Verlauf einer Mediation für ein Arbeitsteam. Bei einer Mediation bspw. zwischen Geschäftspartner oder in der Partnerschaft können die entsprechenden Phasen variieren.
Vorphase
Die Konfliktparteien bzw. in Team-Konflikten die Führungskraft nimmt Kontakt mit mir auf. In einem Vorgespräch klären wir alle anstehenden Fragen und prüfen, ob Mediation überhaupt das Richtige für Ihre Situation ist. In dieser Phase führe ich auch manchmal Einzel-Gespräche mit den Konfliktparteien durch, um die Bereitschaft für eine konstruktive Konfliktlösung abzuklären bzw. zu fördern.
1. Einleitung der Mediation
Dabei geht es um ein erstes Kennenlernen aller Beteiligten. Wir erläutern das Verfahren, klären offene Fragen und Bedenken, Zeitliches und Organisatorisches.
2. Verstehen der Vergangenheit – Sichtweisen klären
Im diesem Abschnitt geht es uns darum, das Vorgefallene zu verstehen. Alle Beteiligten an einem Konflikt haben ihren eigenen Blickwinkel auf das Geschehen. Wir sorgen dafür, dass all diese subjektiven Sichtweisen „auf den Tisch“ kommen und von allen auch verstanden werden (verstehen heißt nicht „einverstanden sein“!). Die Streitpunkte werden z.B. mit einer Konflikt-Landkarte visualisiert. So wird deutlich, um was es geht und welche konkreten Probleme gelöst werden müssen.
3. Klärung der Gegenwart – Konfliktklärung
Konflikte lassen sich nicht allein auf der Sachebene lösen. Menschen fühlen sich im Konflikt verletzt, mißverstanden, abgewertet etc. Die konstruktive Bearbeitung dieser Gefühle ist eine wesentliche Voraussetzung für die konstruktive Lösung des Sachkonflikts. Die Beziehungskonflikte werden mit allen Beteiligten geklärt.
In diesem Prozeß übernehmen wir Mediatoren die Rolle des Vermittlers. Wir haben keine Angst vor negativen oder aggressiven Gefühlen und sorgen dafür, dass die hinter diesen Gefühlen stehenden Bedürfnisse und Interessen klar werden. Diese Bedürfnisse und Interessen bilden den Ausgangspunkt für den nächsten Schritt.
4. Lösungssuche
In dieser Phase geht es um die konkrete Lösung der Sachkonflikte. Wenn die emotionalen Konflikte geklärt sind, verläuft dies meist in einem kooperativen Klima. Für die meisten Probleme gibt es mehr Lösungen als wir uns vorstellen. Deshalb sorgen wir mit unterschiedlichen Kreativitätsmethoden dafür, dass das die Beteiligten eigene, neue Lösungsmöglichkeiten entwerfen. Anschließend werden diese Möglichkeiten bewertet und geeignete ausgewählt.
5. Übereinkunft – Vereinbarungen für die Zukunft
Die gefunden Lösungen sollen keine „Lippenbekenntnisse“ bleiben. Deshalb ist eine schriftliche Übereinkunft und das Vereinbaren von Arbeitsaufträgen wichtig. Unsere Rolle ist dabei die eines Moderators des Verhandlungsprozesses bzw. eines „advocatus diaboli“, der dafür sorgt, dass die Vereinbarungen auf ihre Realisierbarkeit hin überprüft werden.
Umsetzung und Nachsorge
Wir lassen Sie nach der Mediation nicht im Regen stehen! Wir erkundigen uns nach geraumer Zeit über den Stand der Umsetzung und evtl. neu aufgetretene Schwierigkeiten. Dazu gehört manchmal auch ein Follow-up-Treffen, in dem diese Punkte behandelt werden.



