Konflikte kosten Geld – aber wieviel?
Das Konflikte in Unternehmen Geld kosten mag eine Binsenweisheit sein – vielen Führungskräften und ManagerInnen scheint aber nicht klar zu sein wie hoch die Gewinneinbußen durch ungelöste, „kalte“ oder schwelende Konflikte sein können. Um es auf den Punkt zu bringen: Je nach Größe eines Unternehmens können eskalierende Konflikte ein entscheidender Faktor für das wirtschaftliche Aus, den Konkurs sein! Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben meist keinen finanziellen Puffer, um erheblichen Personalschwund oder Motivationseinbrüche bei ihren Mitarbeiterinnen und Führungskräften aufzufangen.
Auch wenn dieser Zusammenhang mit gesundem Menschenverstand nachvollziehbar ist, scheinen manche UnternehmerInnen nach „klaren Zahlen“ zu verlangen, was Mediation denn nun bringt (was man getrost als Ausrede werten kann, die schwelenden Konflikte noch einen Weile unter dem Teppich zu lassen).
Dank der Arbeit von Dr. jur. Detlev Berning, Mediator BM und Steuerberater, können wir MediatorInnen nun mit harten Fakten aufweisen, wenn es um die indirekten Kosten eines Konflikts geht. Anhand zweier Fälle aus seiner Beratungspraxis als Steuerberater hat Detlev Berning die (indirekten) Konfliktkosten berechnet und kommt dabei bspw. für eine Anwaltskanzlei mit 4 Partner mit gut 400.000 Euro Gewinn/Jahr auf Konfliktkosten von 280.000 Euro (schon richtig gelesen, 280 Tausend Euro!). Dieser Verlust führte dann auch innerhalb kurzem zur Auflösung der Kanzlei.
Ein zweites Beispiel für ein mittelständisches IT-Unternehmen (1,2 Millionen Gewinn im Jahr) kommt auf indirekte Konfliktkosten von über 1 Million Euro! Der drastische konfliktbedingte Verlust führte schließlich dazu, dass die Hausbank die Finanzierung einstellte, das Unternehmen befindet sich derzeit in einer radikalen Umstrukturierung.
Gute Gründe also für uns MediatorInnen, selbstbewußt auf Unternehmen zuzugehen und unsere Dienstleistung zu angemessenen Preisen anzubieten, oder nicht?
Hier geht´s zum Artikel von Detlev Berning - nochmals Hochachtung vor dieser Pionierarbeit.
MehrKonflikte und Mobbing – Ärzte arbeiten sich krank…
„Schlimmer als die lange Arbeitszeit ist das schlechte Betriebsklima“, meint ein junger, erfolgreicher Arzt im Interview mit Der ZEIT. Er schaftte seinen Absprung aus der „Tretmühle Klinik“, nachdem er den Stress im Krankenhaus nicht mehr ausgehalten hat und darüber medikamentensüchtig geworden war.
Und Die ZEIT weiter:
„Viele leiden auch am Arbeitsklima in den Krankenhäusern. Gilt es als selbstverständlich, mit den Patienten freundlich umzugehen, ist im Umgang mit Kollegen offenbar das Gegenteil indiziert: Schwächen und Probleme sind unerwünscht, es wird hart und rücksichtslos kritisiert. »Da bleibt keine Zeit, kein Raum, keine Kraft, um Konflikte in Ruhe auszutragen«…“.
„In einer Studie der Universität Witten/Herdecke gaben 7,1 Prozent der 296 befragten Ärzte an, »ab und zu« bis »fast täglich« gemobbt zu werden. Als Mobbing empfanden die Mediziner allerdings nur die Schikanen durch Kollegen einer ähnlichen Hierarchiestufe. Erlebten sie das Gleiche bei einem Arzt, der in der Hackordnung über ihnen stand, legten sie dies nicht als Mobbing aus. »Das ist tragisch«, sagt Monika Rieger, Mitautorin der Studie. Das bedeute nämlich, dass die Ärzte an Mobbing durch Vorgesetzte gewöhnt seien.(© DIE ZEIT, 25.01.2007 Nr. 05)
http://www.zeit.de/2007/05/M-Aerztegesundheit?page=1
Ein weiterer Hinweis darauf, dass sich die rigiden, menschenfeindlichen Hierarchiestrukturen in vielen Kliniken, begründet vor 150 Jahren im preußisch-militaristischen Deutschland, dringend ändern müssen. Es ist ja nicht so, dass es dazu an Möglichkeiten mangelte, vom Empathie-Training über Konflikt-Workshops, aber solange alle das böse Spiel mitmachen und auf die Beförderung warten… Hier sind mutige Führungskräfte und visionäre Klinikleitungen gefragt, sonst zahlen alle den Preis dafür, Ärzte, Angestellte und natürlich auch die Patienten.
MehrPersonalwesen und Gewaltfreie Kommunikation
Das deutsche Portal HR-Pedia (Human Ressource Pedia) ist eine öffentliche Bibliothek für Personalwesen (ähnlich Wikipedia). Der Artikel über Gewaltfreie Kommunikation dort ist lesenwert, auch wenn das Verständnis etwas oberflächlich bleibt.
http://hrpedia.springweb.org/index.php/Gewaltfreie_Kommunikation
MehrDie Vorteile der Gewaltfreien Kommunikation am Arbeitsplatz
Wir werden häufig gefragt, wie man die Gewaltfreie Kommunikation in der Arbeitswelt einsetzen kann. Zuerst einmal: Effektivität und Menschlichkeit sehen wir nicht als Gegensatz – ganz im Gegenteil. Spitzenleistung, effektive Arbeit und ein florierendes Unternehmen auf Kosten der Bedürfnisse der beteiligten Menschen – das funktioniert höchstens kurzfristig und mit einem hohen Preis. Wir sind überzeugt, es geht auch anders. Dazu hier einige Hinweise aus der Praxis:
http://www.institut-sikor.de/artikel/artikel_gfk_arbeit.htm




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