Sozialer Wandel

Organisationen haben keine Bedürfnisse

…. zumindest nicht in dem Sinne, wie ich Bedürfnisse in der Gewaltfreien Kommunikation verstehe. In Diskussionen über Fragen der Organisationsentwicklung sprechen wir manchmal davon, dass auch ein Unternehmen „Bedürfnisse“ wie z.B. Existenz, Sicherheit, Anerkennung etc. habe.

Es geht schnell von den Lippen bei Teams, Organisationen und Unternehmen oder gar bei ganzen Ländern mit der gleichen Selbstverständlichkeit von deren „Bedürfnissen“ zu sprechen wie bei individuellen Menschen. In einem allgemeinen Sinne halte ich dies auch für opportun, z.B. wenn wir sagen, eine Firma „möchte überleben“ und damit meinen, „alle Menschen, die in dieser Firma arbeiten, möchten (gut) leben“. Ich halte es jedoch für methodisch unsauber und vor allem für potentiell gefährlich, wenn wir glauben, Gruppen von Menschen, Organisationen oder gar Länder hätten im gleichen Sinne Bedürfnisse wie Individuen.

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Video Nr. 1 – Gewaltfreie Kommunikation – ein Überblick

Ich bin ein bisschen stolz, mit meinen begrenzten technischen Fähigkeiten nun doch unser erstes Video erstellt zu haben. Ich gebe darin einen kurzen Überblick über die Ziele und Vision der Gewaltfreien Kommunikation, von der Transformation des Gewalt-Denkens auf persönlicher Ebene über die „Wir-Ebene“ bis hin zum Wandel auf der gesellschaftlichen, strukturellen Ebene.

Für Rückmeldungen und technische Hinweise bin ich sehr dankbar!

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Wie ein integrales Konfliktverständnis zu Frieden und Verständigung beitragen kann – Teil II

In Integrales Konfliktverständnis Teil I habe ich am Beispiel „Jugendgewalt“ dargestellt wie eine integrale Sichtweise auf dieses komplexe Problem angewendet werden kann. Die Einbeziehung der vier Perspektiven „Individuell/Kollektiv“ und „Subjektiv/Objektiv“ (in der integralen Theorie auch Vier Quadranten genannt) hilft dabei, wesentliche Konflikt- und Lösungsaspekte zu berücksichtigen bzw. vermeidet es, Teilwahrheiten überzubewerten.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Integralen Theorie, und Thema dieses zweiten Teils, ist die Betrachtung von Wachstum und Entwicklung in einer gesunden, natürlichen Abfolge (Hierarchie der Entwicklungsstufen).

Menschen entwickeln sich…

Menschen entwickeln sich, individuell und kollektiv, innerlich und äußerlich (4 Quadranten). Aber, und das ist entscheidend, Menschen entwickeln sich anscheinend nicht beliebig, sondern es gibt so etwas wie grundlegende, stabile und universelle Wachstumsstrukturen. Zahlreiche ForscherInnen untersuchten die Frage „Wie entstehen menschliche Fähigkeiten wie z.B. Wahrnehmung, Moral, Emotionale Intelligenz, Ich-Struktur?“ etc.. Dabei haben sie kulturübergreifende Muster festgestellt, (s. auch Lernstufen der Gewaltfreien Kommunikation), die man für ein integrales, d.h. möglichst umfassendes Verständnis von Konflikten berücksichtigen sollte.

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Wie ein integrales Konfliktverständnis zu Frieden und Verständigung beitragen kann

„Integrale Theorie“ klingt furchtbar trocken und langweilig. Manche meiner Gesprächspartner überfällt eine plötzliche tiefe Erschöpfung sobald sie das Wort „Theorie“ hören – ich versuche es dann nicht persönlich zu nehmen ;-) Vielleicht kann ich meine Begeisterung für die integrale Perspektive, die der Philosoph Ken Wilber und andere seit den 70er Jahren entwickeln, so in Worte fassen:

Die integrale Sichtweise berührt gleichermaßen mein fühlendes Herz, meine mystische Seele und meinen analytischen Verstand – und das mag ich! Ich fühle mich „endlich angekommen“ mit diesem Denkrahmen, der alle Teile von mir ernst nimmt und „sein läßt“, seien sie magisch, kindlich, rational, als soziales Wesen wie als Individuum, den fühlenden, denkenden und den sich selbst beobachtenden „Markus“. Darüber hinaus gibt mir die integrale Philosophie einen Kontext, um meine Erfahrungen mit Menschen, die ich kaum anders als „spirituell“ nennen kann, in Einklang zu bringen mit Rationalität und Wissenschaft – ohne das eine auf das andere zu reduzieren oder zu verabsolutieren.

Integrale Perspektiven auf Konflikte – am Beispiel „Jugendgewalt“

Zunächst einmal ist wichtig zu sehen, dass die integrale Theorie an sich inhaltsleer ist – sie bietet keine neuen Daten (Inhalte), sondern einen neuen Rahmen, um die vorhandenen Daten besser einordnen und verstehen zu können. Das ist durchaus ähnlich wie das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation, die einem auch keine „neuen Gefühle“ (Daten) bietet, sondern ein neues Konzept wie diese Gefühle zu interpretieren sind (als Ausdruck von Bedürfnissen).

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Handbuch Öffentlichkeitsbeteiligung – Mediation im öffentlichen Bereich

Mein Dank an den Projektmanagement-Blog für den Hinweis auf ein das hervorragende „Handbuch für Öffentlichkeitsbeteiligung“ (PDF), herausgegeben vom Österreichischen Lebensministerium und der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik.

Das Handbuch dürfte für Moderator- und MediatorInnen, die sich für Gemeinwesenmediation, politische Mediation, Moderation von Partizipationsprozessen u.ä. interessieren eine wahre Fundgrube sein.

Gleiches gilt für die Seite Partizipation, auf der sich u.a. 55 Praxisbeispiele, Buchrezensionen zu Beteiligungsverfahren, Moderation, Mediation und mehr finden.

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Moral des Altruismus – ein Kommentar von Oliver Heuler

Oliver Heuler , Papa eines „unerzogenen Anarchisten“ hat meinen Beitrag „Integral trifft Gewaltfrei“ kommentiert.

Da erfahrungsgemäß Kommentare im Blog etwas untergehen bzw. übersehen werden und ich diesen lesenswert finde, stelle ich ihn hier noch mal als extra Beitrag ein. Auf die Bitte von Herrn Heuler möchte ich in einem der nächsten Beiträge eingehen – denn „Was ist eigentlich Gewalt?“ ist ja für uns „Gewaltfreie Kommunikatoren“ eine nicht ganz unwichtige Frage, oder?

Hier also der Beitrag von Oliver Heuler:

„Ich finde es interessant, dass Rosenberg einerseits so nachdrücklich gegen das Wort »sollte« argumentiert wie auch gegen die Dichotomien gut – schlecht, richtig – falsch, krank – gesund und so weiter — und sich andererseits bewusst ist, dass die Haltung des Nicht-Bewertens selbstwidersprüchlich ist.

Das Wort »sollte« und die Dichotomien sind doch einfach nur Signalwörter, die zeigen, dass man über eine Moral spricht. Klar, wenn ich eine Bitte an einen anderen habe, dann ist es nicht hilfreich, ihm vorab eine Kritik zu servieren (»Dein Verhalten war falsch, schlecht und böse«), sondern mit einer möglichst objektiven Beobachtung zu beginnen.

Aber wir können nicht auf eine Moral und damit Hierarchien verzichten: Gewaltfrei kommunizieren ist z.B. besser als morden. Man unterhält sich ja auch bisweilen über allgemeine Prinzipien. Ich habe also keine Bitte an einen Menschen, sondern unterhalte mich nur über allgemeine Fragen der Ethik. Was spricht gegen die Aussage: »Man sollte einfühlsam sein« oder »Man soll nicht stehlen, morden und so weiter« oder »Ich finde es gut, wenn die Menschen gegen den Krieg demonstrieren.« Ist das so viel anders als »Wenn ich sehe, wie diese Menschen gegen den Krieg demonstrieren, macht mich das glücklich, weil mein Bedürfnis nach Frieden und Harmonie befriedigt ist«?

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Hear The Needs – Höre die Bedürfnisse: Gewaltfreie Kommunikation an der Euclid Highschool, Ohio

Hier ein interessantes Video (Englisch) über den praktischen Einsatz und die Auswirkungen eines Workshops in Gewaltfreier Kommunikation an der Euclid Highschool, Ohio, USA. SchülerInnen, der Klassenlehrer und der Rektor der Schule berichten von ihren Erfahrungen nach einer Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation mit der CNVC-Trainerin Catherine Cadden – wirklich beeindruckend!

Die Schulberaterin der Euclid Highschool Kathleen McDonnell beschreibt den Workshop, „So viele LehrerInnen tragen oft viel Frust und Enttäuschung mit nach Hause. Eine Lehrerin hier, die Schwierigkeiten hatte mit ihren Schülern klar zu kommen, meinte, nach so vielen Seminaren war der Workshop in Gewaltfreier Kommunikation wie ein großer Schluck Wasser nach einer langen Zeit des Dursts. Es war der einzige, der ihr wieder etwas Hoffnung gegeben hat.“

Der Rektor der Euclid Highschool kommt zu dem Schluss „Es funktioniert – sogar nach so kurzer Zeit… das wird eine Menge an Disziplinarproblemen lösen.“

(Mein Dank an Kirsten Kristensen für den Hinweis auf das Video)

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Online-Test: Wie fair ist Ihr Unternehmen?

Die QETcert OHG aus Erlangen bietet unter www.wir-sind-fair.de einen kostenfreien Fairness Check für Mitarbeiter und Unternehmer an.
Wir sind fair! Die Kampagne für mehr Unternehmenskultur.

Nette Marketingidee – mal sehen, was dann daraus wird… wie wär´s wenn man das Ergebnis öffentlich einsehen und diskutieren könnte. Nicht um mit dem Zeigefinger auf die „schwarzen Schafe“ zu zeigen, sondern um einen positiven Veränderungsimpuls zu liefern und vor allem, um von fairen Unternehmen zu lernen, wie man Gewinne macht, die nicht auf Kosten des menschlichen Umgangs gehen.

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