Ethik

Die empathische Zivilisation, Jeremy Rifkin

IJeremy Rifkin, Die empathische  Zivilisationch lese gerade die „Die empathische Zivilisation“ von Jeremin Rifkin . Das Buch hat sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen, von verhalten anerkennend (Suttgarter Zeitung) bis hin zu offen ablehnend oder polemisch (Die Welt, FAZ). Mich interessiert das Thema Empathie natürlich berufsmäßig, und eine „empathische Zivilsation“ klingt in meinen Ohren erst mal schön… zu schön um wahr zu sein?

Das erste Kapitel „Homo empathicus“ hat mich auf jeden Fall gefesselt, die Beschreibung der „Geschichte der Menschheit, die nie erzählt wurde“ (also die Geschichte der Empathie) ist eingängig und mit interessanten Beispielen beschrieben. Wer weiß schon, dass selbst Ratten mitfühlend sind? Ja, sind sie, nachzulesen auf Seite 81. Mal sehen, wie es weitergeht, ich werde berichten…

Hat es jemand schon gelesen? Ich freue mich über Kommentare.

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Gewaltfreie Kommunikation für die Ohren – Podcast Nr. 2

Ist „Bewerten verboten in der Gewaltfreien Kommunikation“? Ist „Gleichwertigkeit“ nun ein Bedürfnis oder ein Wert? Diese Fragen beschäftigen Gerhard Rothhaupt und mich im Podcast Nr. 2.

Viel Spaß bei 30 Minuten mit der Frage „Bewerten und Gleichwertigkeit in der Gewaltfreien Kommunikation“

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(Falls die Datei beim Abspielen „mickeymaus-mäßig“ klingt – dies ist ein Fehler, der leider manchmal auftritt – dann die Datei einfach herunterladen und z.B. im Mediaplayer o.ä. abspielen. Falls jemand Abhilfe weiß, bin ich für Hinweise dankbar.)

Hier die der Podcast als Download in der normalen und kurzen Version. Einfach „Klick“ mit rechter Maustaste, „Ziel speichern unter…“ – für den MP3-Player oder zum Brennen.

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Wie ein integrales Konfliktverständnis zu Frieden und Verständigung beitragen kann

„Integrale Theorie“ klingt furchtbar trocken und langweilig. Manche meiner Gesprächspartner überfällt eine plötzliche tiefe Erschöpfung sobald sie das Wort „Theorie“ hören – ich versuche es dann nicht persönlich zu nehmen ;-) Vielleicht kann ich meine Begeisterung für die integrale Perspektive, die der Philosoph Ken Wilber und andere seit den 70er Jahren entwickeln, so in Worte fassen:

Die integrale Sichtweise berührt gleichermaßen mein fühlendes Herz, meine mystische Seele und meinen analytischen Verstand – und das mag ich! Ich fühle mich „endlich angekommen“ mit diesem Denkrahmen, der alle Teile von mir ernst nimmt und „sein läßt“, seien sie magisch, kindlich, rational, als soziales Wesen wie als Individuum, den fühlenden, denkenden und den sich selbst beobachtenden „Markus“. Darüber hinaus gibt mir die integrale Philosophie einen Kontext, um meine Erfahrungen mit Menschen, die ich kaum anders als „spirituell“ nennen kann, in Einklang zu bringen mit Rationalität und Wissenschaft – ohne das eine auf das andere zu reduzieren oder zu verabsolutieren.

Integrale Perspektiven auf Konflikte – am Beispiel „Jugendgewalt“

Zunächst einmal ist wichtig zu sehen, dass die integrale Theorie an sich inhaltsleer ist – sie bietet keine neuen Daten (Inhalte), sondern einen neuen Rahmen, um die vorhandenen Daten besser einordnen und verstehen zu können. Das ist durchaus ähnlich wie das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation, die einem auch keine „neuen Gefühle“ (Daten) bietet, sondern ein neues Konzept wie diese Gefühle zu interpretieren sind (als Ausdruck von Bedürfnissen).

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Moral des Altruismus – ein Kommentar von Oliver Heuler

Oliver Heuler , Papa eines „unerzogenen Anarchisten“ hat meinen Beitrag „Integral trifft Gewaltfrei“ kommentiert.

Da erfahrungsgemäß Kommentare im Blog etwas untergehen bzw. übersehen werden und ich diesen lesenswert finde, stelle ich ihn hier noch mal als extra Beitrag ein. Auf die Bitte von Herrn Heuler möchte ich in einem der nächsten Beiträge eingehen – denn „Was ist eigentlich Gewalt?“ ist ja für uns „Gewaltfreie Kommunikatoren“ eine nicht ganz unwichtige Frage, oder?

Hier also der Beitrag von Oliver Heuler:

„Ich finde es interessant, dass Rosenberg einerseits so nachdrücklich gegen das Wort »sollte« argumentiert wie auch gegen die Dichotomien gut – schlecht, richtig – falsch, krank – gesund und so weiter — und sich andererseits bewusst ist, dass die Haltung des Nicht-Bewertens selbstwidersprüchlich ist.

Das Wort »sollte« und die Dichotomien sind doch einfach nur Signalwörter, die zeigen, dass man über eine Moral spricht. Klar, wenn ich eine Bitte an einen anderen habe, dann ist es nicht hilfreich, ihm vorab eine Kritik zu servieren (»Dein Verhalten war falsch, schlecht und böse«), sondern mit einer möglichst objektiven Beobachtung zu beginnen.

Aber wir können nicht auf eine Moral und damit Hierarchien verzichten: Gewaltfrei kommunizieren ist z.B. besser als morden. Man unterhält sich ja auch bisweilen über allgemeine Prinzipien. Ich habe also keine Bitte an einen Menschen, sondern unterhalte mich nur über allgemeine Fragen der Ethik. Was spricht gegen die Aussage: »Man sollte einfühlsam sein« oder »Man soll nicht stehlen, morden und so weiter« oder »Ich finde es gut, wenn die Menschen gegen den Krieg demonstrieren.« Ist das so viel anders als »Wenn ich sehe, wie diese Menschen gegen den Krieg demonstrieren, macht mich das glücklich, weil mein Bedürfnis nach Frieden und Harmonie befriedigt ist«?

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Integral trifft Gewaltfrei…

Witzig – kaum schreibe ich einen Beitrag zum Thema „Lernstufen“, da stolpere ich über den Blog von Steve McIntosh, Autor von „Integral Consciousness“, der von seinem Zusammentreffen mit einem Anhänger der Gewaltfreien Kommunikation berichtet.

Blog of Steve McIntosh, author of Integral Consciousness: The First Leg of My Book Tour. Er schreibt,
„At one New Age bookstore talk I received a comment that the philosophical idea of “the good” did not comport with the principles of “non-violent communication.” The questioner even quoted Rumi as inviting us to “meet in a place beyond good and evil.” My polite response was that the integral philosophy of evolution is chiefly concerned with the improvement of the human condition, and that it effectively transcends the “black and white” conceptions of good and evil characteristic of the traditional level. Nevertheless, I emphasized that the idea of “the good” is a very important concept that we need to hold onto, even as we recognize this value’s dialectical metamorphosis through the growth of the spiral of development.“

[Übersetzung Markus: „Während eines Gesprächs in einem New-Age-Buchladen meinte jemand, dass sich die philosophische Idee des „Guten“ nicht mit den Prinzipien der Gewaltfreien Kommunikation“ vertrage. Der/die Fragende hat auch noch Rumi zitiert, der uns einlade „sich an dem Ort jenseits von Gut und Böse zu treffen“. Meine höfliche Antwort war, dass die integrale Philosophie der Evolution ernsthaft an der Verbesserung der menschlichen Bedingungen interessiert ist, und dass sie tatsächlich die „schwarz-weiß“-Konzepte von Gut und Böse transzendiert, die traditionelle Ebenen auszeichnen. Ich betonte, dass die Idee des „Guten“ dennoch ein sehr wichtiges Konzept ist, dass wir festhalten sollten, auch wenn wir erkennen, wie sich die Werte dialektisch wandeln während des Wachstums auf der Entwicklungsspirale.“]

Dazu ließe sich Vieles sagen, hier nur Folgendes: Die Gewaltfreie Kommunikation ist nicht, noch einmal, nicht wert- oder bewertungsfrei! Um unsere Bedürfnisse als erfüllt / unerfüllt zu bemerken müssen wir die Realität a) wahrnehmen und b) ein Urteil fällen, d.h. die Realität bewerten (ob sie unsere Bedürfnisse erfüllt / oder eben nicht).

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Lernstufen in der Gewaltfreien Kommunikation

Mit Lern- und Entwicklungsstufen tun sich viele Anhänger der Gewaltfreien Kommunikation als typische Vertreter „grüner“, egalitärer Werte (Spiral Dynamics) im allgemeinen schwer. Die Einsicht, dass Menschen in Bezug auf bestimmte Fähigkeiten nicht „gleich“ sind, ist zwar eigentlich banal (wer würde schon gerne seine Magen-Operation von einem KFZ-Meister durchführen lassen?), aber wenn es um kommunikative Fähigkeiten geht, scheint dies wieder in Vergessenheit zu geraten.Die Betonung der Gleichheit aller Menschen auf der Ebene der Bedürfnisse (die ich teile), wird also so wohltuend und berührend erfahren, dass der Blick auf die Unterschiedlichkeit der Menschen als eine (zu) schmerzhafte „Trennung“ erlebt und lieber vermieden wird.

Meiner Meinung nach hilft hier die Unterscheidung von „Verhalten“ und „Sein“. Auf Seins-Ebene sind wir Menschen alle gleich, gleich wertvoll, gleich schön, alle göttliche Verkörperungen des „Einen Geists“.
Auf Verhaltensebene sind wir unterschiedlich und manchmal sogar einzigartig. Hier kommt die Individualität jedes einzelnen ans Licht der Welt. Ein kompetenter Mediziner kann Leben retten – aber kein Auto reparieren.

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