Empathie-Lücke bei Führungskräften
Mit dem Phänomen der Empathie-Lücke habe ich mich in “Die Empathie-Lücke schließen” befasst. Aus eigener Erfahrung als jemand, der häufig Gruppen anleitet und führt, kann ich sagen, dass das Thema für die Entwicklung meiner Führungsfähigkeit enorm wichtig war und ist. Empathie-Lücken bei Führungskräften haben einen gravierenden Einfluss auf die Qualität der Teamarbeit, das soziale Klima und die Motivation der Mitarbeiter.
- Eine Empathie-Lücke wird oft mit Führungsstärke verwechselt.
Eine Empathie-Lücke hat zur Folge, dass man die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen unzureichend wahrnimmt. Dies führt zu einem “klar und entschieden” wirkendem Verhalten, dass tatsächlich jedoch schlicht egoistisch ist und auf Kosten anderer Menschen geht. Ein derartiges autokratisches Führungsverhalten ist in Gruppen und Teams, die langfristig erfolgreich zusammenarbeiten sollen fehlt am Platz. - Führungskräfte mit einer Empathie-Lücke scheinen oft erfolgreich
Führungskräfte mit einer Empathie-Lücke haben wenig Bedenken und Hemmnisse, ihre eigenen Interessen auf Kosten anderer durchzusetzen. Dies ist oft schneller und effizienter ist als eine Gruppen-Entscheidung, geht allerdings auf Kosten des sozialen Klimas. Hohe Mitarbeiterfluktuation und Krankenstände, schwelende Konflikte und Mobbing sind typische Symptome für derartige Führungsweisen.
Organisationen haben keine Bedürfnisse
…. zumindest nicht in dem Sinne, wie ich Bedürfnisse in der Gewaltfreien Kommunikation verstehe. In Diskussionen über Fragen der Organisationsentwicklung sprechen wir manchmal davon, dass auch ein Unternehmen „Bedürfnisse“ wie z.B. Existenz, Sicherheit, Anerkennung etc. habe.
Es geht schnell von den Lippen bei Teams, Organisationen und Unternehmen oder gar bei ganzen Ländern mit der gleichen Selbstverständlichkeit von deren „Bedürfnissen“ zu sprechen wie bei individuellen Menschen. In einem allgemeinen Sinne halte ich dies auch für opportun, z.B. wenn wir sagen, eine Firma „möchte überleben“ und damit meinen, „alle Menschen, die in dieser Firma arbeiten, möchten (gut) leben“. Ich halte es jedoch für methodisch unsauber und vor allem für potentiell gefährlich, wenn wir glauben, Gruppen von Menschen, Organisationen oder gar Länder hätten im gleichen Sinne Bedürfnisse wie Individuen.
MehrHandbuch Öffentlichkeitsbeteiligung – Mediation im öffentlichen Bereich
Mein Dank an den Projektmanagement-Blog für den Hinweis auf ein das hervorragende „Handbuch für Öffentlichkeitsbeteiligung“ (PDF), herausgegeben vom Österreichischen Lebensministerium und der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik.
Das Handbuch dürfte für Moderator- und MediatorInnen, die sich für Gemeinwesenmediation, politische Mediation, Moderation von Partizipationsprozessen u.ä. interessieren eine wahre Fundgrube sein.
Gleiches gilt für die Seite Partizipation, auf der sich u.a. 55 Praxisbeispiele, Buchrezensionen zu Beteiligungsverfahren, Moderation, Mediation und mehr finden.
Klärungshilfe 3 – Das Praxisbuch, Christoph Thomann, Christian Prior
„Klärungshilfe 3 – das Praxisbuch“ bietet, wie schon Klärungshilfe 2 einen weiteren tiefen Einblick in die Arbeit eines Mediators. Diesmal beschreibt Christian Prior, ein von Christoph Thomann ausgebildeter Klärungshelfer, die Mediation zwischen drei zerstrittenen Geschäftsführern einer Privatklinik.
Mir gefällt auch der dritte Band der Klärungshilfe außerordentlich gut, da er sich wohltuend von der so weit verbreiteten „Ich-bin-auch-MediatorIn-Literatur“ abhebt. Christian Prior beschreibt detailliert und ungeschminkt menschlich seine Vorgehensweise von der Auftragsklärung bis zur Nachsorge der Konfliktklärung. Davon werden vor allem Anfänger in der Mediation enorm profitieren können, aber auch für „alte Hasen“ ist die detaillierte Schilderung der Konfliktklärung spannend und oft lehrreich.
Wie schon Christoph Thomann in Band 2 so legt auch Christian Prior großen Wert darauf, seine inneren Dialoge und Entscheidungsprozesse offen zu legen, um so den LeserInnen seine Vorgehensweise verständlich zu machen. Gerade diese menschliche Offenheit und Tiefe ist es, die die Klärungshilfe-Bücher von der Masse der Mediationsliteratur abhebt. Hier wird nicht versucht, die „neueste Methode der Konfliktklärung“ zu verkaufen, sondern es wird deutlich, dass in Konflikten nur „radikale Ehrlichkeit und tiefe Empathie“ weiterhilft.
Ein klein wenig bedauerlich fand ich die Tatsache, dass die Klärungshilfe 3 keine wesentlichen Ergänzungen gegenüber dem Vorgängerband bietet. Der Theorieteil ist sehr kurz (diese wird in Band 2 behandelt), der Schwerpunkt liegt auf der fast minutiösen Beschreibung der Mediation zwischen den 3 beteiligten Chefärzten. Hilfreiche Checklisten zu den verschiedenen Phasen der Klärung beschließen den Band.
Alles in allem ist Klärungshilfe 3 – das Praxisbuch ein weiteres Highlight aus der Reihe „Klärungshilfe“, dem ich weite Verbreitung wünsche.
Auftragsklärung für die Team-Mediation (in Organisationen)
Team-Mediationen sind wahrscheinlich die „Kür“ für alle Mediatoren. Eine gute Vorbereitung ist auf jeden Fall hilfreich, für die Arbeit in (hierarchischen) Organisationen ist sie unabdingbar, wenn man nicht zahlreiche Fettnäpfchen tappen möchte.
Einen kurzen Leitfaden für die Auftragsklärung finden Konfliktberater hier, und hier eine Auswahl an Fragen für die Auftragsklärung, die sich in der Praxis bewährt haben.
By the way, das beste Praxisbuch für diese Arbeit ist immer noch die „Klärungshilfe 2“ (früher „Klärungshilfe im Beruf“) von Christoph Thomann.
Ganz neu ist jetzt das „Klärungshilfe 3 – Praxisbuch“ erschienen, dass einen Fall aus der Mediationspraxis im Detail beschreibt.
Spiral Dynamics – endlich auf Deutsch erhältlich

Das Grundlagenwerk zu Spiral Dynamics ist bald auch auf Deutsch erhältlich.
Der Verlag Kamphausen bringt das Buch von Beck/Cowan in der Reihe „Inspire“ heraus und man erhält es bei Bestellung bis 15.7. zum Subskriptionspreis von Euro 30,-.
Hier zu bestellen.
Interviews mit Marshall Rosenberg zu Gewaltfreier Kommunikation in Unternehmen
Hier ein paar Video-Interviews (jeweils 20-30 Minuten) der amerikanischen Journalistin Paula Gloria mit Marshall Rosenberg zur Anwendung der Gewaltfreien Kommunikation in Organisationen und Unternehmen.




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